Optionen zum netzdienlichen Betrieb von Einzelraumfeuerstätten

Ansprechpartner
Oliver Mercker, M.Eng.
Tel.: +49 (0)5151-999 645
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Schematische Darstellung der im Projekt betrachteten Aspekte. Als wichtige Parameter werden das Verhalten der Bewohnerinnen und Bewohner, die Gebäudeeigenschaften, das Klima und die ERF-Betriebsweise variiert.

Die Transformation der Energieversorgung im Zuge der Energiewende ist durch einige Megatrends gekennzeichnet: Dezentralisierung der Energiebereitstellung, Digitalisierung aller Lebensbereiche, dominierende Rolle von Solar- und Windenergie im Stromsektor und, damit einhergehend, eine hohe Volatilität der Erzeugung und zunehmende Verschränkung der Energienutzungsbereiche: Strom, Wärme und Mobilität (Sektorenkopplung). Da Solarenergie vor allem saisonal azyklische Erzeugungsmaxima in Bezug auf die Wärmebedarfsspitzen in Deutschland und auch die Windenergie im Winter Lücken (z.B. Hochdruckwetterlagen im Januar) aufweisen, braucht es für diese Zeiträume eine Absicherung der im Winter gleichzeitig hohen Bedarfe an Strom und Wärme. In der öffentlichen Debatte wird daher viel über kosten- und investitionsintensive Speicherverfahren zur Überbrückung dieser Lücken diskutiert. Dabei wird das Potenzial der bereits im Markt etablierten Biomasse-feuerungen in der Regel als sektorenübergreifende Flexibilitätsoption übersehen, obwohl diese Anlagen aus technischer Sicht einen signifikanten Beitrag zur Deckung von Lastspitzen leisten könnten. Nach neuesten Angaben ist davon auszugehen, dass es in Deutschland rund 10 bis 11 Millionen Einzelraumfeuerungen[1] (ERF) gibt, d.h. im Schnitt gibt es in jedem zweiten Wohngebäude und in etwa einem Viertel aller Wohnungen eine ERF. Bei einer konservativ geschätzten[2] durchschnittlichen Heizleistung einer ERF von 8 kW steht eine thermische Leistung von 80 bis 90 GW im deutschen Wohngebäudebestand zur Verfügung, die schon heute regelmäßig zum (Zu-)Heizen oder aus Komfortgründen genutzt wird.

Ziel der Studie ist es, das derzeitige und zukünftige Potenzial der Biomasse-ERF zur Vermeidung von Strombedarfsspitzen durch Wärmepumpen und Gasnachfragespitzen durch Gasfeuerungen für den Status Quo und die Stützjahre 2030 und 2050 zu ermitteln. Dazu sollen vielversprechende ERF-Hybridsystem, wie z.B. a) ERF + Wärmepumpe (WP), b) ERF + Solarthermie (ST) + Gastherme, c) ERF + ST + WP + Bauteilaktivierung (BTA) untersucht sowie die technische Machbarkeit von Instrumenten zur Aktivierung der Anlagenbetreibenden aufgezeigt und politische Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

[1] Als Einzelraumfeuerstätten gelten entsprechend der 1. BimSchV Kamin- und Dauerbrandöfen, Pelletöfen sowie Heiz- und Kamineinsätze die dazu dienen, „vorrangig“ den Aufstellraum zu beheizen.

[2] durchschnittlicher Wert moderner ERF; frühere Anlagen eher mit größerer Leistung

 


Projektpartner

DBFZ Deutsches Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH
Torgauer Straße 116
04347 Leipzig

 


Laufzeit

01.08.2018 bis 31.03.2021

 


Förderung

Das Projekt „Optionen zum netzdienlichen Betrieb von Einzelraumfeuerstätten“ (FKZ 03KB138B) wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen und Autoren.

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