Bundesförderung für Wärmepumpen 2025 mit Fokus auf Niedersachsen

Der Ausbau von Wärmepumpen in Niedersachsen nimmt deutlich an Fahrt auf. Aktuelle Auswertungen zeigen, dass sich die Zahl der Förderzusagen im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt hat. Damit erreicht Niedersachsen bundesweit die höchste Anzahl an Förderzusagen pro Einwohner und positioniert sich im Ländervergleich an der Spitze.

Trotz dieser Entwicklung bleibt der Handlungsbedarf hoch. Um die Klimaziele zu erreichen, sind weiterhin kontinuierliche und deutlich verstärkte Anstrengungen erforderlich. Die aktuellen Zahlen machen Fortschritte sichtbar, zeigen aber auch, dass die Ausbaugeschwindigkeit noch nicht ausreicht.

Die vorliegende Analyse der Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) ordnet die Entwicklung ein und gibt einen Überblick über den Stand der Wärmepumpenförderung im Jahr 2025.

Im Bund führend: Niedersachsen verdoppelt Ausbauzahl – Weiterer Anstieg erforderlich.

Seit dem 27.02.2024 sind Förderanträge für Wärmeerzeuger nach der reformierten Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) bei der KfW möglich. In der vorliegenden Auswertung für das Jahr 2025 betrachten wir die vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWK bzw. BMWE) veröffentlichten statistischen Daten zur Förderung von Wärmeerzeugern [1], um aktuelle Trends der Wärmewende im Bund und ein präziseres Bild des Wärmepumpen-Rollouts in Niedersachsen zu erhalten.

Zusammenfassung

Zusammenfassend ziehen wir folgende Erkenntnisse aus den Auswertungen:

·         Niedersachsen verdoppelt seine Wärmepumpenförderzusagen gegenüber dem Vorjahr auf ca. 35.700 und erreicht auch im Jahr 2025 die höchste Anzahl an Förderzusagen pro Einwohner für Wärmeerzeuger aus dem BEG EM Programm. Damit hat sich Niedersachsen in der Spitzengruppe des Wärmepumpenausbaus etabliert.

·         Die Gesamtanzahl geförderter Wärmepumpen in Niedersachsen wächst um 44 % gegenüber 2024.

·         Mit bundesweit 288.223 Förderzusagen für Wärmepumpen und einer Absatzzahl von etwa 299.000 gab es 2025 einen großen Schritt vorwärts gegenüber 2024 (Förderzusagen: 151.094, Absatzzahl: 193.000[2]). Erstmals wurden 2025 mehr Wärmepumpen abgesetzt als fossile Wärmeerzeuger, wenngleich der Absatz insgesamt 2025 so niedrig war, wie seit 15 Jahren nicht mehr[3].

·         Luft/Wasser-Wärmepumpen sind mit 87 % der meistgeförderte Wärmepumpentyp

·         Die aktuellen Ausbauraten bleiben für die Erreichung der Klimaschutzziele weiterhin zu niedrig. Unter Berücksichtigung der niedersächsischen Randbedingungen (niedriger Ausgangswert im Wärmepumpenbestand, gesetzlich verankerte Klimaneutralität bis 2040) ist etwa eine weitere Verdreifachung der Ausbauzahlen erforderlich.

Nachfolgend haben wir die zugrundeliegenden Datenquellen, getroffene Annahmen und die Ergebnisse unserer Auswertungen detailliert dokumentiert.

Ausgangssituation

Beim „Wärmepumpengipfel“ im BMWK wurde 2022 von einer Vielzahl an Akteuren die Absicht erklärt, Umsetzungsschritte zu starten, um eine Installationsrate von mindestens 500.000 (Gebäude-) Wärmepumpen pro Jahr ab 2024 zu erreichen[4]. Diese Zahl greifen wir in der folgenden Betrachtung als minimale Zielgröße für die Erreichung der Klimaschutzziele im Bund 2045 auf. Skaliert auf Niedersachsen ergeben sich über den Bevölkerungsanteil (9,6 %) und den Gebäudeanteil (11,8 %) erforderliche Installationsraten von ca. 48.000 beziehungsweise ca. 59.000 Wärmepumpen pro Jahr.

In Szenarien für ein klimaneutrales Deutschland wird eine erforderliche Zahl von ca. 13 – 16 Mio. Wärmepumpen ermittelt[5]. Skaliert auf den Gebäudeanteil Niedersachsens ergibt sich daraus eine erforderliche Wärmepumpenanzahl von 1,5 - 1,8 Mio. Wärmepumpen. Niedersachsen strebt die Klimaneutralität bereits zum Jahr 2040 an.

Vorliegende Daten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu Inbetriebnahmen ergeben insgesamt 63.237 geförderte Wärmepumpen in Niedersachsen – im Zeitraum von 2007 bis 2023. Etwa die Hälfte dieser Wärmepumpen (31.467 Stück) wurden von 2021 bis 2023 gefördert. Für 2024 konnten wir ca. 18.200 Förderzusagen für Wärmepumpen in Niedersachsen über die BEG EM aus den Daten des BMWK abschätzen[6]. Damit ergibt sich ein Bestand an geförderten Wärmepumpen in Niedersachsen zum Ende des Jahres 2024 von etwa 81.500. Auch Auswertungen zu Wärmepumpen-Installationen im Neubau in Niedersachsen[7] zeigen auf, dass nach vielen Jahren mit unterdurchschnittlichen Installationsraten, diese 2023 erstmals über dem Bundesdurchschnitt lagen.

Wärmepumpenförderung in Deutschland 2025

In Abbildung 1 sind die monatlichen Förderzusagen für Wärmeerzeuger aus den BEG EM für Deutschland dargestellt. Wärmeerzeuger mit unter 1.000 Förderzusagen pro Jahr sind aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt, aber in den Berechnungen berücksichtigt. Der grüne Abschnitt der Säulen zeigt die geförderten Wärmepumpen, die kontinuierlich einen sehr hohen Anteil zwischen 84 % und 90 % der gesamten Förderzusagen ausmachen – ein weiterer Anstieg gegenüber dem schon hohen Anteil von 2024 (zwischen 76 % und 84 %). Dieser Befund verdeutlicht die besondere Rolle der Wärmepumpe als Schlüsseltechnologie der Wärmewende.

Während in 2024 ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn zulässig war und die Antragsstellung für verschiedene Akteursgruppen stufenweise eingeführt wurde, ist der Maßnahmenbeginn seit 2025 ganzjährig für alle erst nach erfolgter Förderzusage möglich. Aussagen über Aktivitäten verschiedener Akteursgruppen sind damit in diesem Jahr nicht möglich. Die Anzahlen der Förderzusagen liegen in 2025 meist bei etwa 25.000 ± 5.000 pro Monat. Im Dezember wurde die nahezu doppelte Menge von ca. 46.000 zugesagt, ähnlich hoch wie im Dezember 2024. Eine mögliche Erklärung für den hohen Anstieg zum Jahresende kann im Wunsch der Bevölkerung liegen, sich Förderung zu den bekannten Bedingungen zu sichern, bevor mögliche Anpassungen in GEG und BEG erfolgen.

 

 

Anzahl zugesagter BEG-Heizungsförderungen in Deutschland 2025
Abbildung 1: Anzahl zugesagter BEG-Heizungsförderungen in Deutschland 2025

Die Anteile der verschiedenen, geförderten Wärmepumpentypen im zeitlichen Verlauf sind in Abbildung 2 dargestellt. Für November und Dezember werden diese Daten nur kumuliert veröffentlicht. Der hohe Anteil an Luft/Wasser-Wärmepumpen (grüner Anteil der Säulen) hat sich gegenüber 2024 noch einmal erhöht. Er beträgt 76 bis 89 % im ausgewerteten Zeitraum und über das Jahr gemittelt 87 % der geförderten Wärmepumpen.

Der abnehmende Trend bei Wärmepumpen, die heizungsseitig Luft als Wärmeträger nutzen (Luft/Luft-Wärmepumpen < 12 kW, orangefarbiger Anteil sowie beliebige Quelle/Luft-Wärmepumpe > 12 kW, gelber Anteil) setzt sich 2025 fort. So erreichen diese Wärmepumpentypen Anteile von 6 - 19 % der Förderzusagen und im Jahresmittel 9 %.

Geräte, die flüssige Wärmeträger sowohl quell- aus auch heizungsseitig nutzen (Sole/Wasser-Wärmepumpen, hellblauer Anteil und Wasser/Wasser-Wärmepumpen, dunkelblauer Anteil) machen mit 3 % beziehungsweise 0,4 % im Jahresmittel nur einen geringen Anteil der Förderzusagen aus.

Verteilung der Förderzusagen 2025 auf unterschiedliche Wärmepumpentypen
Abbildung 2: Verteilung der Förderzusagen 2025 auf unterschiedliche Wärmepumpentypen

Im Diagramm der Wärmepumpentypen (Abbildung 2) nicht enthalten sind bivalente Wärmepumpen-Kombi- bzw. Kompaktgeräte, für die 4.126 Förderzusagen (1,4 % der Zusagen für Wärmepumpen) erteilt wurden. Auch unter diesen Geräten sind Luft/Wasser-Wärmepumpen der meistgeförderte Typ, ihr Anteil ist mit 76 % aber kleiner. Wärmepumpen, die heizungsseitig Luft als Wärmeträger nutzen sind mit 20 % Anteil an den Förderzusagen im Bereich der bivalenten Heizsysteme stärker vertreten. Allerdings ist auch hier der zunehmende Trend der Luft/Wasser-Wärmepumpen und der abnehmende Trend des heizungsseitigen Wärmeträgers Luft sichtbar: 2024 waren noch 61 % der geförderten bivalenten Heizungssysteme Luft/Wasser-Wärmepumpen und 36 % Wärmepumpen, die heizungsseitig den Wärmeträger Luft nutzten.

Wärmepumpenförderung 2025, aufgeschlüsselt nach Bundesländern

Im folgenden Abschnitt betrachten wir die Verteilung der Förderzusagen auf die Bundesländer und führen einen Abgleich zu den mindestens zur Erreichung der Klimaschutzziele erforderlichen Ausbauraten durch.

Wärmepumpenförderzahlen werden nicht für einzelne Bundesländer veröffentlicht. In den Daten des BMWE liegen Zahlen vor zu geförderten Wärmepumpen bundesweit und Zahlen zu Förderzusagen mit Zusatzanträgen[8] pro Bundesland. Aufgrund von Kombinationsmöglichkeiten der Zusatzanträge übersteigt die Anzahl der Förderzusagen mit Zusatzanträgen die Gesamtzahl der geförderten Wärmeerzeuger.

Aus den vorliegenden Zahlen haben wir Aussagen zu Förderzusagen für Wärmepumpen je Bundesland abgeleitet. Dabei haben wir bundesweit einheitliche Verhältnisse zwischen der Anzahl der Förderzusagen mit Zusatzanträgen und der Anzahl der Förderzusagen ohne Zusatzanträge einerseits und zwischen der Anzahl der Zusagen für Wärmeerzeuger und der Anzahl der Zusagen für Wärmepumpen andererseits angenommen. Diese Annahmen werden zu geringfügigen Abweichungen gegenüber der Realität führen, unserer Einschätzung nach aber das Gesamtbild nicht maßgeblich verzerren.

In Abbildung 3 ist die resultierende Verteilung der abgeschätzten Förderzusagen für Wärmepumpen auf die Bundesländer dargestellt. Mit 1.500 bis 61.500 Förderzusagen bestehen starke Unterschiede in der Anzahl pro Bundesland. In Niedersachsen hat sich die Zahl der Förderzusagen für Wärmepumpen mit geschätzten 35.700 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt (2024: 18.200).

Vier Bundesländer können mehr als 10 % der Förderzusagen für sich reklamieren (NW 21 %; BY 17 %; BW 16 %; und NI 12 %) und erhalten damit 67 % der gesamten Förderzusagen. Diese Verhältnisse sind nahezu unverändert gegenüber 2024 mit der Ausnahme, dass Bayern einen ca. 2% kleineren Anteil an den Förderzusagen hat.

Abgeschätzte Verteilung der Förderzusagen für Wärmepumpen 2025
Abbildung 3: Abgeschätzte Verteilung der Förderzusagen für Wärmepumpen 2025

Um die Erreichung der Ausbauziele quantifizieren zu können, haben wir für jedes Bundesland nach zwei Ansätzen Zielzahlen definiert. Wir haben die Zubaurate von 500.000 Wärmepumpen pro Jahr einerseits anhand des Bevölkerungsanteils und andererseits anhand des Gebäudeanteils auf die Bundesländer verteilt. Die Division der abgeschätzten Wärmepumpenförderzusagen durch die Zielzahlen geben Zielerfüllungsquoten für jedes Bundesland an.

Abbildung 4 zeigt die Zielerfüllungsquote bei Bezug der Zubauzahlen auf die Einwohnerzahl. Niedersachsen belegt mit fast 75 % erneut den ersten Platz unter den Bundesländern und erhöht seinen Vorsprung gegenüber dem Bundesdurchschnitt (rote Linie) von 8 % in 2024 auf nun 17 %. Gegenüber den absoluten Zahlen hat sich die Reihenfolge der Bundesländer verändert. Das auffälligste Beispiel ist das Saarland, das trotz absolut betrachtet niedriger Förderzusagen eine relativ hohe einwohnerspezifische Zielerfüllungsquote aufweist. Die Schlussgruppe bilden die Stadtstaaten und die neuen Bundesländer, in denen die geringsten einwohnerspezifischen Zielerfüllungsquoten erreicht werden.

Anteil Förderzusagen für Wärmepumpen in 2025
Abbildung 4: Anteil Förderzusagen für Wärmepumpen in 2025 bezogen auf die beabsichtigte Ausbaurate von 500.000 Wärmepumpen pro Jahr, mit Bezug auf die Einwohnerzahl

Abbildung 5 zeigt die Zielerfüllungsquote bei Aufteilung der Zubaurate bezogen auf die Anzahl Wohngebäude. In dieser Auswertung liegt Niedersachsen nur 3 % über dem Bundesdurchschnitt auf Platz vier – eine kleine Verbesserung gegenüberüber 2024 (Platz fünf). Baden-Württemberg bleibt hier, wie im Vorjahr, an erster Stelle.

Anteil Förderzusagen Wärmepumpen 2025
Abbildung 5: Anteil Förderzusagen Wärmepumpen 2025 bezogen auf die beabsichtigte Ausbaurate von 500.000 Wärmepumpen pro Jahr, mit Bezug auf die Anzahl der Wohngebäude

Wo steht der Wärmepumpenausbau in Niedersachsen heute?

Den Bestand geförderter Wärmepumpen in Niedersachsen können wir aufgrund der uns vorliegenden Daten zum Jahresende 2025 auf etwa 117.000 Einheiten abschätzen – eine Steigerung um 44 % gegenüber dem Jahresende 2024. Diese positive Entwicklung des Wärmepumpenausbaus in Niedersachsen gilt es zu verstetigen und auszubauen, denn mit Blick auf die ambitionierten niedersächsischen Klimaschutzziele (Klimaneutralität bis 2040) ergeben sich erforderliche Ausbauraten von etwa 92.000 bis 120.000 Wärmepumpen pro Jahr. Das heißt, dass zukünftig im Mittel jedes Jahr genauso viele Wärmepumpen einzubauen sind wie bis zum Jahresende 2025 insgesamt mit Förderung eingebaut wurden. Oder, bezogen auf die absoluten Zahlen, wir benötigen zukünftig eine Verdreifachung der jährlichen Ausbauzahlen gegenüber dem Jahr 2025.

Zum Gelingen dieser herausfordernden Aufgabe wollen wir als Wärmepumpen-Initiative Niedersachsen mit Analysen, Informationen und Empfehlungen weiterhin beitragen.

Download der Studie

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Bundesförderung für Wärmepumpen 2025 mit Fokus auf Niedersachsen

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