Pressemeldung, 07.07.2026
ISFH CalTeC erweitert Kalibrierkompetenz auf großflächige Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen
- Neue Kalibrierungsmöglichkeiten für Tandemsolarzellen: ISFH CalTeC bietet nun Kalibrierdienstleistungen für großflächige Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen bis zum G12-Waferformat an.
- Präzise und verlässliche Leistungsbewertungen: Fortschrittliche Kalibrierverfahren ermöglichen genaue, rückführbare und standardisierte Wirkungsgradmessungen.
- Unterstützung des Übergangs zur industriellen Fertigung: Die erweiterten Möglichkeiten helfen dabei, die Lücke zwischen Forschung im Labormaßstab und der kommerziellen Produktion von Tandemsolartechnologien zu schließen.
Emmerthal, Hameln – 07. Juli 2026 – Das Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) hat die Kompetenzen seines Kalibrier- und Testzentrums (CalTeC) um die Kalibrierung großflächiger Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen erweitert. Damit reagiert das Institut auf die steigende Nachfrage nach verlässlichen Wirkungsgradmessungen, da sich Tandem-Photovoltaiktechnologien zunehmend vom Forschungslabor in Richtung industrieller Anwendung entwickeln.
Das ISFH CalTeC ist seit 2016 für die Kalibrierung von Siliziumsolarzellen auf Waferbasis akkreditiert. In dieser Zeit hat das Labor Kalibrierdienstleistungen für mehr als 70 Kunden aus 20 Ländern erbracht und sich als international anerkanntes Referenzlabor etabliert. Seit 2018 ist CalTeC zudem autorisiert, photovoltaische Umwandlungswirkungsgrade unabhängig zu verifizieren. Bis heute wurden dort 27 Siliziumsolarzellen mit Weltrekordwirkungsgraden bestätigt.
Nachdem Siliziumsolarzellen auf Waferbasis inzwischen Wirkungsgrade von über 28 Prozent erreicht haben, richtet sich der Fokus von Forschung und industrieller Entwicklung zunehmend auf Tandem-Photovoltaikkonzepte, insbesondere auf Perowskit auf Silizium-Tandemsolarzellen. Diese Technologie gilt als einer der vielversprechendsten Ansätze, um die Wirkungsgrenzen von Siliziumsolarzellen mit einfacher p-n-Übergangsstruktur zu überwinden und die nächste Generation photovoltaischer Produkte zu ermöglichen.
Eine zentrale Herausforderung besteht darin, den Übergang von Tandemsolarzellen im Labormaßstab mit Flächen von etwa einem Quadratzentimeter, bei denen bereits Wirkungsgrade von über 34 Prozent erzielt wurden, hin zu Solarzellen im Waferformat mit aktiven Flächen bis zum G12-Format mit 210 Millimetern Kantenlänge zu schaffen. Dafür sind nicht nur Fortschritte bei der Zellherstellung erforderlich, sondern auch Kalibrierverfahren, die den besonderen messtechnischen Anforderungen der Tandem-Photovoltaik gerecht werden.
Erweiterte Messkompetenz für Tandem-Photovoltaik
Auf dem tandemPV Workshop, der vom 17. bis 19. Juni 2026 in Berlin stattfand, stellte das ISFH CalTeC seine neuen Kalibriermöglichkeiten für großflächige Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen vor. Das Labor unterstützt nun die Kalibrierung von Tandemsolarzellen bis zum G12-Waferformat und bietet Dienstleistungen an, die auf die Anforderungen von Forschungseinrichtungen und industrieller Forschung und Entwicklung zugeschnitten sind.
„Tandemsolarzellen sind deutlich komplexer als herkömmliche Siliziumsolarzellen. Spezialisierte Kalibrierverfahren sind notwendig, damit ausgewiesene Wirkungsgrade präzise, vergleichbar und für Forschende, Hersteller und Investoren belastbar sind“, sagt Dr. Karsten Bothe, Leiter des Kalibrierlabors für Solarzellen im ISFH CalTeC. „Wir schaffen die messtechnische Sicherheit, die erforderlich ist, um Tandem-Photovoltaik vom Forschungserfolg in marktfähige Produkte zu überführen.“
Die erweiterte Messinfrastruktur berücksichtigt mehrere entscheidende Aspekte bei der Charakterisierung von Tandemsolarzellen:
- Spektrale Anpassung für die einzelnen Teilzellen und präzise Korrektur spektraler Fehlanpassungen
- Kompensation von Abschattungseffekten durch Kontaktierungsleisten
- Korrektur von Bestrahlungsinhomogenitäten über großflächige Solarzellen
- Homogene Temperaturregelung
- Messprotokolle zur Berücksichtigung der Metastabilität von Tandemsolarzellen
Unterstützung der Kommerzialisierung von Tandem-Photovoltaik
Durch die Kombination international anerkannter Kalibrierkompetenz mit spezialisierter Messtechnik für Tandem-Photovoltaik bietet das ISFH CalTeC verlässliche und rückführbare Wirkungsgradmessungen. Diese unterstützen die Technologieentwicklung, den Leistungsvergleich verschiedener Zellkonzepte sowie die weltweite Kommerzialisierung hocheffizienter Tandemsolarzellen.
Mit dem Übergang der Tandem-Photovoltaik von der Laborforschung in die industrielle Fertigung gewinnen robuste und standardisierte Kalibrierverfahren zunehmend an Bedeutung. Sie bilden die Grundlage für vergleichbare Messergebnisse, schaffen Vertrauen in veröffentlichte Leistungsdaten und unterstützen die weltweite Markteinführung hocheffizienter Tandemsolarzellen.
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