APPEAL
APPEAL entwickelt automatisierte Prozesse zur Herstellung gebäudeintegrierter Photovoltaik in kleinen Losgrößen. Ziel ist es, Fassaden und weitere Gebäudeflächen wirtschaftlich für die solare Stromerzeugung nutzbar zu machen.
01.01.2026 – 30.06.2028
Dieses Projekt wird gefördert durch "Europa für Niedersachsen. Kofinanziert von der Europäischen Union."
APPEAL - Produktionsprozesse für maßgefertigte PV-Module
Das Projekt APPEAL entwickelt neue Ansätze für die automatisierte Herstellung gebäudeintegrierter Photovoltaikmodule. Im Zuge des Projekts soll es möglich werden, PV-Module mit variabler Größe, Form und Gestaltung auch in kleinen Stückzahlen wirtschaftlich zu produzieren und damit neue Potenziale für die solare Stromerzeugung an Gebäuden zu erschließen. Das Projekt wird vom Institut für Solarenergieforschung GmbH koordiniert und gemeinsam mit Hochschul- und Industriepartnern umgesetzt.
Ausgangslage und Herausforderung
Für das Erreichen der Klimaziele in Niedersachsen ist ein massiver Ausbau der Photovoltaik erforderlich. Ein Großteil der künftig benötigten PV-Leistung soll auf und an Gebäuden installiert werden. Während Dachflächen bereits intensiv genutzt werden, bleiben Fassaden bislang weitgehend ungenutzt, obwohl ihr Flächenpotenzial deutlich größer ist.
Die zentrale Herausforderung liegt in der fehlenden Wirtschaftlichkeit individuell gestalteter Fassaden-PV. Heute verfügbare Standardmodule lassen sich nur eingeschränkt in Gebäudehüllen integrieren und stoßen häufig auf Akzeptanzprobleme bei Planung und Bau. Maßgefertigte Lösungen sind technisch möglich, jedoch aufgrund manueller Produktionsschritte, geringer Automatisierung und komplexer Lieferketten mit hohen Kosten verbunden.
Ziel des Projekts
APPEAL adressiert diese Lücke durch die Entwicklung einer flexibel automatisierten Produktionskette für PV-Module in Losgröße 1. Gebäudeintegrierte Photovoltaik soll damit technisch, wirtschaftlich und gestalterisch besser nutzbar gemacht werden, insbesondere in Bezug auf Fassaden und den Gebäudebestand.
Forschungsschwerpunkte und Anwendungsperspektiven
Technische und inhaltliche Schwerpunkte
Im Projekt werden entlang der gesamten Prozesskette neue Lösungen erforscht und demonstriert:
- automatisierter Zuschnitt von Glas, Folien und Fassadenelementen mittels Lasertechnologie
- Entwicklung flexible Handhabungs- und Greifsysteme für form- und größenvariable Modulkomponenten
- automatisierte Querverschaltung ohne schädigende thermische Belastung der Laminationsfolien
- angepasste Laminationsprozesse für planare und nicht-planare Module
- digitale Vernetzung der Produktionsschritte auf Basis eines durchgängigen digitalen Abbilds der Module
Die Prozesse werden in einer Forschungs- und Pilotlinie umgesetzt und als durchgängiger, automatisierter Herstellungsablauf demonstriert
Bedeutung für Energiewende und Industrie
Durch die Kombination von Photovoltaik mit etablierten Fassadensystemen lassen sich Materialeinsatz, Montageaufwand und Systemkosten reduzieren. Gleichzeitig eröffnen sich neue architektonische Anwendungen und zusätzliche Flächen für die Stromerzeugung im urbanen Raum. Das Projekt stärkt zudem die regionale Wertschöpfung, da es Produktionsansätze adressiert, die sich nicht für globale Massenfertigung eignen. Unternehmen erhalten neue Methoden für die flexible Herstellung gebäudeintegrierter PV-Module und können ihre Abhängigkeit von standardisierten Importprodukten reduzieren.
APPEAL leistet damit einen Beitrag zur Beschleunigung des PV-Ausbaus, zur Weiterentwicklung automatisierter Fertigungstechnologien und zur Positionierung Niedersachsens im wachsenden Markt der gebäudeintegrierten Photovoltaik.
Förderung
