Die Entwicklung von Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen schreitet mit hohem Tempo voran. Fragen zur industriellen Fertigung und langfristiger Stabilität standen deshalb im Mittelpunkt des diesjährigen tandemPV Workshops 2026 in Berlin. Die Konferenz fand in der Akademie der Künste in unmittelbarer Nähe zum Brandenburger Tor statt und bot eine Plattform für den Austausch zwischen führenden Forschungseinrichtungen und Industriepartnern. An der internationalen Konferenz nahmen dieses Jahr über 200 Teilnehmende aus 21 Ländern teil. Unser Institut war durch Prof. Dr. Robby Peibst, Verena Steckenreiter, Dr. Joachim Vollbrecht und Dr. David Hinken vor Ort vertreten und präsentierte aktuelle Forschungsergebnisse aus den Bereichen der Kalibrierung, der Herstellung und der Stabilität von Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen.
Fortschritte bei Kalibrierung, Herstellungsprozessen und Stabilität
Dr. David Hinken stellte in seinem Vortrag „Calibration of large-area tandem devices at ISFH CalTeC“ aktuelle Arbeiten zur Kalibrierung großflächiger Tandemsolarzellen vor. Mit dem Ausbau der Zellgrößen steigen auch die Anforderungen an präzise und reproduzierbare Messverfahren. Das ISFH kann hierbei Kunden und Partner mit seiner Kalibrierkompetenz unterstützen, um großflächige Tandembauelemente zuverlässiger zu charakterisieren und damit einen wichtigen Baustein für die industrielle Umsetzung der Technologie zu liefern.
Zwei Posterbeiträge zu Perowskit-Prozessen und Stabilitätsverbesserung
Auch die Posterpräsentationen des ISFH stießen auf großes Interesse. Verena Steckenreiter präsentierte ihre Arbeit „Hybrid process using inkjet printing of organic perovskite components: correlation of 'quasi-in situ' X-ray diffraction and JV analysis“. Im Mittelpunkt standen hybride Herstellungsprozesse, bei denen organische Perowskit-Komponenten mittels Inkjet-Druck aufgebracht werden. Durch die Kombination von quasi-in-situ-Röntgendiffraktometrie mit elektrischer Charakterisierung konnten Zusammenhänge zwischen Kristallbildung und Zellperformance untersucht werden. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung skalierbarer Fertigungsprozesse von Perowskit-Tandemsolarzellen.
Dr. Joachim Vollbrecht stellte das Poster „Thiophene ethylammonium triggered 2D perovskite formation and its impact on solar cell performance“ vor. Präsentiert wurden Ergebnisse aus dem NextGenPV-Verbundprojekt, das gemeinsam mit dem Institut für Anorganische Chemie der Leibniz Universität Hannover und dem Helmholtz-Zentrum Berlin durchgeführt wird. Die Arbeiten zeigen, wie gezielt erzeugte 2D/3D-Perowskit-Heterostrukturen die Leerlaufspannung von Perowskit-Solarzellen verbessern können. Damit adressiert die Forschung eine der zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu langlebigen und leistungsfähigen Tandemsolarzellen.
Das ISFH bedankt sich bei den Organisatoren des tandemPV Workshops, insbesondere beim Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) und der PSE Conferences & Consulting GmbH, für die gelungene Veranstaltung und den intensiven wissenschaftlichen Austausch.
